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Schule mit Sporthalle, Stutensee

Art Realisierungswettbewerb, 2009
Ort Stutensee
Auslober Landkreis Karlsruhe
Bearbeiter H. Baurmann, M. Dürr, L. Ouerghemmi, M. Becker
Außenanlagen A. Buchmüller
Fachberater S. Dürr
Platzierung 1. Rg.

Der axialsymmetrisch aufgebauten Vorfahrt von Schloss Stutensee, Ausdruck barocken Denkens und Lebens, wird eine zweite, ebenso starke Raumform entgegengesetzt, die den Alltag der Schule organisiert: Einer Klammer gleich verbindet eine Pergola die unterschiedlichen Schulen, die Turnhalle und den Sportplatz und umschließt einen zentralen Freiraum, das Forum.

Damit wird die Gesamtanlage deutlich ablesbar: Die soziale Gemeinschaft, versinnbildlicht durch die lockere Bebauung der Wohngruppen im Wald, als Lebenswelt; die Erziehung, verdeutlicht durch die Gruppierung der Schul- und Sportbauten um das Forum, als Schulwelt; und der Standort der Verwaltung, die Schlosswelt. Alle drei Bereiche folgen in ihrem räumlich-strukturellen Aufbau eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Der Neubau von Schule und Sporthalle erfolgt in energetisch optimierter Form unter weitestgehender Nutzung regenerativer Energien (Photovoltaik und Solarmodule mit Latentspeicher). Der sommerliche Wärmeschutz wird durch die Verschattung der Pergola gewährleistet. Durch einschalige Massivbauweise besitzen die Gebäude eine hohe Speicherfähigkeit (Nachtauskühlung, natürliches Lüftungskonzept).


01 Spange

Die aus Holz errichtete Pergola, im Barock ein beliebtes Element der Gartenarchitektur, verklammert die bestehenden Schulgebäude mit der neuen Sporthalle und bindet den Sportplatz als größtes räumlich wirksames Element in die Gesamtanlage ein. Sie umgrenzt zugleich inmitten des weitläufigen Areals einen besonderen Freiraum, das Forum, als Zentrum der schulischen Anlage.


02 Forum

Das Forum bildet das Herzstück der Schulwelt. Umschlossen von der weit in die Landschaft ausgreifenden Pergola, öffnet es sich in Richtung Sportfeld. Es bietet Raum für unterschiedliche Aktivitäten und steht als Sinnbild für die Gemeinschaft. Dem Besucher der Anlage bietet es einen definierten Ort zur Orientierung innerhalb der Gesamtanlage.


03 Plätze

Die Baukörper in der Großform sind alle einhüftig organisiert. Die verglasten lichten Erschließungsgänge orientieren sich immer zu den öffentlichen städtischen Flächen wie dem Stadtplatz bei Schule und Sporthalle und zur Straße bei der Kita. Die „Bewohner" zeigen sich zu bestimmten Zeiten im Stadtbild wie zum Beispiel am Ende der Schulstunden, wenn die Gänge voll sind.


04 Schule

Die Schulgebäude und Sportanlagen gruppieren sich um das zentrale Forum. Die Pergola als  Filter ist Element und Teil der neuen Gebäude, die sich linear anlagern. Während die Sporthalle in direkter Nähe zum Sportplatz liegt, steht die neue Grund- und Förderschule der bestehenden Hauptschule näher. Die Pausenflächen sind getrennt, über die Pergola jedoch als räumliche Einheit erlebbar.


05 Bewegung

Der barocken Schlossvorfahrt entspricht die um 90° gedrehte Bewegung innerhalb des Forums. Beide Bewegungen schaffen durch ihre Klarheit jeweils eigene, starke Identitäten. Die Bewegungsabläufe innerhalb der Lebenswelt der Jugendlichen sind weicher, vielgestaltiger. Sie erinnern eher an Diffusion als an Lenkung.


06 Freiraum

Stärker als durch die Gebäude wird die Anlage noch durch die Freiräume gegliedert. Dem lockeren Muster der Häuser im Wald steht der graphisch exakte Freiraum des Forums und der angrenzenden Schulflächen gegenüber. Das Sportfeld bildet das Pendant zum barocken Park.


07 Erschließung

Stärkstes Erschließungselement ist zweifellos die Pergola, die alle schulischen Einrichtungen miteinander verbindet. Demgegenüber steht die Fahrerschließung der Lebenswelt in Form einer Ringstraße mit eigenem Wegenetz. Geparkt wird am Rand des Areals unter Bäumen. Aufgrund der geringen Frequenz sind Fahr- und Fußwege nicht getrennt.