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Umbau Pfalzmuseum, Bad Dürkheim

Art Ideenwettbewerb, 1999
Ort Bad Dürkheim
Auslober Zweckverband Pfalzmuseum
Bearbeiter H. Baurmann, S. Dürr
Platzierung 2. Rg.

Die Erweiterung des Pfalzmuseums wird in besonderer Weise aus Ort und Aufgabe entwickelt. Das Bauwerk setzt interessante Widersprüche in Szene.

Der Ort ist ambivalenter Ausdruck von natürlichem und künstlichem Lebensraum. Der Taleinschnitt ist selber Zeugnis der teilweise zerstörerischen Entwicklungsgeschichte. Die baulichen Eingriffe werden minimiert, die sichtbaren Volumina reduziert: Tal, Stauweiher mit durchschneidender Straße und Steinbruch bleiben lesbar als Zeugnisse dieser Entwicklung.

Der Inhalt des Museums ist dort verborgen, wo wir in der Regel Zeugnisse der Menschheitsgeschichte finden: unter der Erde. Das sichtbare Haus ist Hülle über dem Zugang. Es löst sich vom gebuaten Kontext und entwickelt sich als Solitär. Die Dominanz der Herzogmühle bleibt damit erhalten.

Das Museum betritt man über einen neuen, steinernen Hof, gefasst von der Mühle, dem Nebengebäude und der Staumauer. Blicke in die Tiefhöfe machen auf die Ausstellung neugierig und zeigen den Weg. Die Staumauer wird duch Aufsetzen eines Riegels betont, das den zentralen Eingangsbereich enthält. Durch Blicke aus dem transparenten Foyer mit Shop und Veranstaltungsraum wird die von Technik geprägte Umwelt des von der B 37 durchzogenen Stausees einbezogen.

Zu den Ausstellungsbereichen führt eine Treppe in die Tiefe: Wechsel- und Dauerausstellung sind belichtet über die verglaste Fassade zur Isenach sowie zwei Ausstellungshöfe mit angelagertem Café. Der Besucher bewegt sich ebenerdig zum Eingangsgeschoß der Mühle. Aus den überdachten Ausstellungsbereichen tritt man in die Ausstellung im Freien. Bereits vorhandene, großzügige Freibereiche bleiben erhalten, werden aufgewertet duch die renaturierte Isenach: Nach dem Rundgang schließt sich der Kreislauf über eine Freitreppe zum steinernen Hof zurück zum Eingang.

Seminar- und Studioräume befinden sich im 2. Untergeschoss mit Blick auf die geöffnete Isenach und einer ebenerdigen Anbindung an die Ausstellungsbereiche der Mühle. Die Bibliothek mit öffentlichen und internen Arbeitsbereichen ist in dem halbtransparenten Riegel über der Staumauer untergebracht. Verglaste Stirnwände fokussieren die Blicke auf den Sandsteinbruch und die Klosterruine Limburg.

Es ist unser Anliegen, einen Ort zu schaffen, der die intensive Auseinandersetzung mit den vielfältigen, in Teilen widersprüchlichen Facetten der Evolution durch Inszenierung der Blicke in die Umwelt fördert.